Es ist ein Gebot der Kirche: Jeder katholische Christ ist verpflichtet, an Sonn- und Feiertagen die Heilige Messe mitzufeiern. Noch vor wenigen Jahrzehnten war für katholische Christen der sonntägliche Gottesdienst eine Selbstverständlichkeit. Inzwischen ist er, zumindest in unseren Breiten, eher die Ausnahme als die Regel. Nicht nur junge Menschen fragen: Was bringt mir der Gottesdienst? Kann ich nicht auch ohne ihn ein guter Christ sein?

Seit den Anfängen von Kirche versammeln sich Christen am Sonntag zum Gottesdienst. Dieses Zusammenkommen ist wichtig, damit uns der Glaube nicht abhanden kommt. Es ist der Glaube an Gott, der Glaube an den Gott Jesu Christi, nicht an ein unbestimmtes "höheres Wesen". Es ist der Glaube an ein Du - an einen Gott, der sich uns kundgetan hat und der uns in Jesus von Nazaret ganz nahe gekommen ist. Im regelmäßigen Gottesdienst wird dieser Glaube gestärkt und vertieft.

Christen, die auf dem Weg zum Gottesdienst sind, sagen, sie "gehen in die Kirche". Das ist gar nicht so ungenau, wie es scheint; denn nirgendwo sonst ist Kirche so konkret erfahrbar wie beim sonntäglichen Gottesdienst. Hier treffen wir Menschen, die den gleichen Glauben haben. Wir brauchen niemandem etwas zu erklären. Hier feiern Christen das Vermächtnis Jesu und bilden Gemeinschaft - Gemeinde Jesu. Hier wird gemeinsam gebetet, Gott ins Zentrum gestellt, Gottes Wort verkündet und ihm gedankt. Hier wird das Abendmahl Jesu gefeiert und sein Auftrag erfüllt: "Tut dies zu meinem Gedächtnis!"

Man könnte ganz einfach sagen: Weil Jesus Christus uns als seine Gemeinde zusammenruft, feiern wir Gottesdienst. Und wo sich Kirche nicht mehr zum Gottesdienst versammelt, da hört sie auf, Kirche zu sein. Wer am Sonntag den Gottesdienst mitfeiert, gibt damit ein Zeugnis des Glaubens.

Den Gottesdienst am Sonntag nennen wir "Heilige Messe" oder "Eucharistiefeier", was soviel heißt wie "Danksagung". Wir danken Gott vor allem für Jesus Christus, seinen Sohn. Er, der uns frohe Kunde von Gott gebracht hat, für uns gestorben und auferstanden ist, er ist inmitten seiner Gemeinde, die sich in seinem Namen versammelt.

Das Wichtigste: Im Gottesdienst dürfen wir dem auferstandenen Christus begegnen,vor allem, wenn er im Evangelium zu uns spricht und uns als Gäste an seinen Tisch lädt. Er schenkt uns in den Zeichen von Brot und Wein jene Liebe, die sich für uns am Kreuz dahingegeben hat. Es ist der gekreuzigte und auferstandene Jesus Christus, der in der Eucharistie gegenwärtig ist und der uns mit seinem Fleisch und seinem Blut nährt.

Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest, verkündet uns neu die Botschaft, dass der Gekreuzigte nicht im Tod geblieben ist, sondern lebt und auf ganz neue Weise für immer in unserer Mitte ist. Darum ist der sonntägliche Gottesdienst ein Fest - ein Fest des Glaubens. Ein Fest kann man jedoch nicht allein, sondern nur gemeinsam feiern.

Sinn und Ziel der Eucharistiefeier ist die Gemeinschaft mit Christus und untereinander. In der Kommunion empfangen wir den "Leib Christi". Christus macht sich selbst zur Gabe und schenkt sich uns. Kommunion heißt Gemeinschaft. Die Kommunion verbindet uns mit Jesus Christus und untereinander. Wenn wir den Leib Christi empfangen, sollen wir selbst Leib Christi werden. "Leib Christi" ist ja auch die Gemeinschaft der Gläubigen, die Kirche. Wir versammeln uns, um Gemeinde Jesu zu werden. Wir empfangen den Leib Christi, um immer mehr Kirche - "Familie des Herrn", Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern - zu werden.

Gottesdienst und konkretes Leben gehören zusammen wie Gottes- und Nächstenliebe. Auf diesen Zusammenhang macht der bis heute am häufigsten gebrauchte Name "Messe" aufmerksam. Er stammt vom lateinischen Entlassungsruf (Ite missa est!) und kann in einem tieferen Sinn verstanden werden: Geht, ihr seid gesendet! ("missa" - Entlassung hängt mit "missio" - Sendung zusammen). Geht, ihr seid gesendet, Frieden zu bringen und was ihr im Gottesdienst gefeiert habt, nun im Alltag des Lebens in die Tat umzusetzen! Gottesdienst und Leben außerhalb des Gottesdienstes, also glaubhaftes Christsein dürfen nicht im Widerspruch zueinander stehen.

Die Mitfeier des Sonntagsgottesdienstes ist keine von außen auferlegte Pflicht, sondern Begegnung mit Jesus Christus. Von daher müsste es uns ein Bedürfnis und eine Freude sein, am Sonntag den Gottesdienst mitzufeiern. Wie jede Beziehung, so bleibt auch die Beziehung zu Gott und zur Pfarrgemeinde nur dann lebendig, wenn sie regelmäßig gepflegt wird.

Die Mitfeier des Gottesdienstes ist Antwort auf die Liebe Gottes. Eine solche Antwort dürfen wir nicht von zufälligen Gelegenheiten oder unserem spontanen Bedürfnis abhängig machen. Denn wie die Liebe bedarf auch der Glaube der Treue. Deshalb sollen wir den Gottesdienst am Sonn- und Feiertag zur guten Gewohnheit machen, auch wenn wir einmal nicht besonders "in Stimmung" sind. Eines nämlich kann man immer: einfach danken. Danken für soviel, was uns Tag für Tag geschenkt wird. Denn danken heißt bewusst leben und "Danksagung" - Eucharistie - ist wie gesagt einer der Namen für die sonntägliche Gottesdienstfeier. 

Aktuelle Termine

23. Juli 2017, 09:30 Uhr

Jesuitenkirche

Pfarrgottesdienst
16. Sonntag im Jahreskreis

23. Juli 2017, 19:00 Uhr

Jesuitenkirche

Eucharisteifeier
am Sonntagabend

30. Juli 2017, 09:30 Uhr

Jesuitenkirche

Pfarrgottesdienst
17. Sonntag im Jahreskreis

Adresse

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Bachlechnerstraße 3
A-6060 Hall in Tirol - Österreich
Tel.: +43 5223 57914 / Fax: DW -3

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