Sechs Tage Arbeit, dann ein Ruhetag - das ist der Rhythmus, den wir aus der biblischen Schöpfungserzählung kennen und der zutiefst sinnvoll ist. Der Wechsel von Werktag und Sonntag entspricht offenbar dem Menschen, scheint seinem Wesen eingeschrieben zu sein.

Der christliche Sonntag steht in der Tradition des jüdischen Sabbats und ist ein Tag der Unterbrechung und des Ausruhens. Er ist ein Tag des Aufatmens mit der wunderbaren Botschaft: wir leben nicht, um zu arbeiten, sondern wir arbeiten, um zu leben. Weil die Arbeit niemals aufhört, muss der Mensch immer wieder mit der Arbeit aufhören - zumindest am Sonntag. So ist der Sonntag ein Geschenk, eine Wohltat für uns Menschen. Er lädt uns ein, den Alltag zu unterbrechen und uns am Leben zu freuen, die Seele baumeln zu lassen und die Langsamkeit zu entdecken.

"Du sollst den Tag des Herrn heiligen!", so das Gebot Gottes, das aufrecht bleibt und nicht in unserer Verfügung steht. Christen heiligen den Tag des Herrn auf vornehmste Weise, wenn sie sich am Sonntag zum Gottesdienst versammeln, zur Feier der Eucharistie und damit den Auftrag Jesu erfüllen: "Tut dies zu meinem Gedächtnis!". Darum ist der Sonntag für Christen nicht einfach Teil des Wochenendes, sondern der erste Tag der Woche, weil an ihm nach biblischer Überlieferung Christus von den Toten auferstanden ist. Er ist der Urfeiertag der Christen, der Ostertag der Woche.

Das Versammeln zum Gottesdienst war für die ersten Christen nicht ein Gebot, sondern eine innere Notwendigkeit. Das gemeinsame Zusammenkommen am Sonntag zum Gottesdienst ist das Herzstück einer Pfarrgemeinde. Ohne diese Mitte hat eine Pfarrgemeinde keine Zukunft; jeder, der am Sonntag da ist, stärkt die Gemeinschaft; jeder, der fehlt, ist eine Schwachstelle. Und wenn eine Pfarrgemeinde ihre Mitte verliert - das Sich-Versammeln um den Altar, dann wird sie bald zu einem Verein von Karteileichen absinken.

Der arbeitsfreie Sonntag ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar, sollen nicht Familie, Vereinsleben und Gemeinschaft auf der Strecke bleiben. Der gemeinsam freie Sonntag schenkt Zeit für Erholung und Gemeinschaft. Das Versammeln zum Gottesdienst am Tag des Herrn ist für die Kirche als Glaubensgemeinschaft unverzichtbar und lässt erfahren: "Wer glaubt, ist nie allein!" (Benedikt XVI.). Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft zur Feier des Glaubens zusammenzubringen, ist in einer Zeit der Anonymisierung und des Individualismus besonders wichtig.

Sonntagsruhe und Sonntagsgottesdienst sind eine glückliche Verbindung eingegangen und der arbeitsfreie Sonntag wurde zu einer tragenden Säule christlicher Kultur. Als gleichsam ältestes Sozialgesetz der Welt ist er von hohem kulturellen und religiösen Wert. Der arbeitsfreie Sonntag darf nicht wirtschaftlichem Gewinn- und Konsumdenken geopfert werden. Was das Fest für den Alltag, das ist der Sonntag in der Woche: geschenkte Zeit, um Gemeinschaft zu pflegen, sich am Leben zu freuen und mit den Mitchristen Gott zu loben und zu preisen. Er ist der Tag des Herrn und der Tag des Menschen. Er ist ein Fenster zum Himmel.

Aktuelle Termine

14. Dez. 2017, 14:00 Uhr

PfarrEGG

Kinder-KUNTERBUNT
Eltern-Kind-Treff

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17. Dez. 2017, 09:30 Uhr

Pfarrkirche St. Nikolaus

Familiengottesdienst
3. Adventsonntag - Gaudete

mit Kinderliturgiekreis und Kinderchor Cantini
anschließend Pfarrcafé

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17. Dez. 2017, 19:00 Uhr

Pfarrkirche St. Nikolaus

Eucharistiefeier
am 3. Adventsonntagabend - Gaudete

Adresse

Pfarrbüro Hall in Tirol - St. Nikolaus
Bachlechnerstraße 3
A-6060 Hall in Tirol - Österreich
Tel.: +43 5223 57914 / Fax: DW -3

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