Der Sonnengesang des hl. Franz von Assisi ist sein bekanntestes Werk, das durch die Jahrhunderte nachhallt bis in unsere Zeit. Mit ihm preist er Gott für seine Schöpfung. Das "Loblied der Geschöpfe", so die Bezeichnung im (Alt)Italienischen, ist keine Hymne an die Natur, sondern ein an Gott gerichtetes Gebet und eine Aufforderung an den Menschen, in das Lob der Schöpfung einzustimmen.

Der feierlichen Gottesanrede am Anfang des Liedes - "Höchster, allmächtiger, guter Herr" - entspricht der Aufruf zum Lob Gottes am Schluss: "Lobt und preist meinen Herrn und dankt ihm und dient ihm mit großer Demut." Die acht Strophen dazwischen mit dem Refrain "Gelobt seist du, mein Herr" nennen die Geschöpfe "Bruder" und "Schwester". Für sie und mit ihnen will Franziskus den Schöpfer preisen, den Vater im Himmel.

Franziskus ordnet den Kosmos nach Geschwisterpaaren: auf die starke Sonne - die in allen romanischen Sprachen maskulin und damit ein Bruder ist -, folgen die sanften Nachtgestirne Mond und Sterne - im Romanischen Schwestern. Dann folgen paarweise Bruder Wind und Schwester Wasser, Bruder Feuer und Schwester-Mutter Erde.
Der Sonnengesang folgt dem Aufbau nach dem antiken Weltbild. Den Himmel vertreten Sonne, Mond und Sterne, die Erde die vier Elemente Luft, Wasser, Feuer, Erde. Dann geht es um den Menschen: Franziskus preist den selig, der Frieden stiftet, Krankheit geduldig erträgt und den Tod als Bruder annimmt. Die Todesstrophe stellt ihn vor seine größte Möglichkeit: das ewige Leben bzw. endgültiges Scheitern.

Franziskus dichtet den Sonnengesang 1224/25 in San Damiano, fast blind und geplagt von vielen Krankheiten und Schmerzen. Die älteste Abschrift in altitalienischer Sprache leitet dieses Lied so ein: "Hier beginnt das Loblied der Geschöpfe, das der selige Franziskus zum Lob und zur Ehre Gottes verfasst hat, als er krank bei San Damiano lag." Franziskus lässt sich den Sonnengesang vorsingen, zum eigenen Trost und zur Erbauung der anderen.

Ausbeutung der Natur und Umweltverschmutzung, der stets gefährdete Friede im kleinen und großen Zusammenleben und das Verdrängen des Todes in unserer Gesellschaft machen den Sonnengesang des hl. Franz von Assisi besonders aktuell. Er ruft den Menschen auf, sein Leben so zu gestalten, dass es mit dem Willen Gottes übereinstimmt. Umdenken, neue Sensibilität und Ehrfurcht vor der Schöpfung sind gefordert. Kein Mensch kann Gott gefallen, wenn er dessen Schöpfung lieblos begegnet.

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