Der Vorarlberger Priester und Provikar der Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch Carl Lampert war der ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche im deutschsprachigen Raum, der wegen seiner ablehnenden Haltung dem Nationalsozialismus gegenüber eingesperrt, gefoltert und schließlich hingerichtet wurde. Er hat im wahrsten Sinn des Wortes seinen Kopf hingehalten für Christus und die Kirche.

Carl Lampert wird am 9. Jänner 1894 in Göfis in Vorarlberg geboren und nach Absolvierung seines Theologiestudiums 1918 in Brixen zum Priester geweiht. Anschließend wirkt er einige Jahre als Kaplan in Dornbirn, bis ihn Bischof Sigismund Waitz, Apostolischer Administrator von Innsbruck-Feldkirch und späterer Erzbischof von Salzburg, zum Studium des Kirchenrechtes nach Rom schickt. Nach seiner Berufung an das Kirchengericht Innsbruck wird er vom neu ernannten Bischof Paulus Rusch zum Provikar für den Tiroler Anteil der Apostolischen Administratur bestellt (was in einer Diözese einem Generalvikar entspricht; Innsbruck wird 1964, Feldkirch erst 1968 eigene Diözese). Lampert ist somit Stellvertreter und wichtigster Mitarbeiter des neuen Bischofs.

Bald nach dem Anschluss Österreichs im März 1938 gerät Carl Lampert durch seine mutigen und klaren Aussagen in Konflikt mit den neuen Machthabern, besonders mit dem örtlichen Gauleiter Franz Hofer. Lampert hat aus seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus nie ein Hehl gemacht. Er interveniert und protestiert, wenn Männer- und Frauenklöster aufgehoben und beschlagnahmt oder Priester und Ordensleute eingesperrt werden. Dies führt zu mehreren Inhaftierungen, zuletzt aufgrund einer Todesanzeige, die er für den 1940 im Konzentrationslager Buchenwald ermordeten Pfarrer Otto Neururer von Götzens verfasste.

Provikar Lampert wird zu Zwangsarbeit in den Konzentrationslagern Dachau und Sachsenhausen verurteilt. Er trägt den "roten Winkel" eines poltischen Gefangenen. Schließlich erhält er „Gauverweis“ nach Stettin, wo er von einem SS-Spitzel ausspioniert und verleumdet wird. Lampert wird von der Gestapo verhaftet und muss sich wochenlangen Verhören und Vernehmungen unterziehen. Dabei wird auch versucht, ihn zur Mitar-beit für nationalsozialistische Interessen zu bewegen und dafür sofortige Freilassung versprochen. Bei einer Vernehmung wird er gefragt, welches Werk er höher schätze, das Evangelium oder das Buch Hitlers "Mein Kampf". Lampert antwortet: "Das Evangelium ist das Wort Gottes und verkündet die Liebe. Das Buch des Herrn Hitler ist das Werk eines Menschen und predigt den Hass." Aus dem Gefängnis schreibt er: "Hätte ich nicht eine innere Kraft, so möchte man verzweifeln an solchem Wahnsinn des Lebens."

Provikar Carl Lampert wird schließlich wegen Feindbegünstigung, Wehrkraftzersetzung, Verstoß gegen das Rundfunkgesetz und Spionageversuch zum Tod verurteilt. Am 13. November 1944 wird er in Halle an der Saale durch das Fallbeil hingerichtet. Seine bewegenden Abschiedsbriefe in die Heimat, unter anderem an Bischof Paulus Rusch und an seinen Bruder Julius, sind Zeugnisse eines unbeirrbaren Glaubens, Ausdruck einer tiefen Liebe zu Christus und Treue zur Kirche.

Carl Lampert wird an seinem Todestag, am 13. November 2011, in Dornbirn seliggesprochen. Mit seinem Mut, seinem Eintreten gegen das Unrecht und seiner inneren Verpflichtung zur Wahrheit ist er uns Vorbild. Als Seliger ist er Fürsprecher und Wegbegleiter auf unserem Weg zu Gott.

Am 13. November 1944, 14 Uhr, schreibt Carl Lampert einen Brief an seinen Bruder Julius Lampert in Göfis. Zwei Stunden später wird er im Zuchthaus „Roter Ochse“ hingerichtet werden. Als er zur Hinrichtung durch das Fallbeil abgeholt wird, nimmt er ein letztes Mal den Bleistift und schreibt quer über diesen letzten Brief: „Nun ruft mich Gott! Lebt wohl!“

Lieber, lieber, guter Bruder!

Nun ist die Stunde gekommen, - die so schmerzliche für Dich und all meine Lieben, die erlösende für mich. Der Kreuzweg geht nun zur letzten Station. Tenebrae factae sunt, - sed dies albescit, - in Te, Domine, speravi, alleluja! (Finsternis ist geworden, - aber der Tag leuchtet auf, - auf dich, Herr, habe ich gehofft. Alleluja!) - So hoffe ich, er wird nun kommen! Nun sage ich mein letztes Lebewohl Dir, mein bester Julius! Du warst mir ein guter, treuer Bruder; es tut mir so weh, dass ich Dir diesen Schmerz bereiten muss. Gott segne und schütze Dich und Deine ganze mir so liebe Familie! Von Herzen umarme und segne ich Dich und alle. Vergelts Gott für alle Lieb und Sorg und Last und Wiedersehen im himmlischen Vaterhaus! Ich bin nun recht arm, kann Dir nichts mehr schenken als meine treue Bruderliebe und Sorge übers Grab hinaus; denn die Liebe stirbt ja nicht, und ich trage sie nun zum Quell aller Liebe, zu Gott, und dort wird sie nur noch inniger, reiner, fester und hilfreicher. - So wollen wir einander lieben und Bruder sein bis zum frohen Wiedersehen - und dann erst recht! Julius, sei nicht traurig, - es ist ja nur ein Übergang. (…) Oh, wie bin ich froh, dass endlich ein Ende kommt von all dem harten Leid! - Nun gehts heim! - Und ich bleib doch bei Euch. - Lebt wohl, wohl, wohl! - Auf Wiedersehen! Von Herzen grüßt Dich für immer Dein Carl! 

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